Abführmittel

Immer wieder redet man in der Werbung von Verdauungsbeschwerden. Dabei wird in vielen Fällen wohlweislich gar nicht genau gesagt, was das eigentlich ist. Wann hat man denn Beschwerden? Wenn man nicht täglich kann? Wenn Schmerzen auftreten? In all diesen nicht näher bestimmten Fällen suggeriert uns die Werbung, man solle Abführmittel nehmen, weil sie ja so gut verträglich  und so individuell zu dosieren seien.

Lassen Sie sich hier nichts einreden. Selbst dann, wenn Sie nur einmal in der Woche "können", ist das immer noch kein Grund, zu Abführmitteln zu greifen.

Der gesunde Körper entleert sich schon von alleine, wenn es nötig ist. Schon gar nicht benötigen Sie dafür Abführtropfen, die man ja angeblich ganz nach dem eigenen Bedarf dosieren kann, damit es besonders schonend sei. Das ist Unsinn, und nach der Werbung wird man eher zu früh als zu spät davon Gebrauch machen.

Vor allem ist die Behauptung, dass Abführmittel verträglich und nebenwirkungsarm seine, völlig falsch. Viele Abführmittel (auch die schonenden!) machen abhängig, man wird also mit der Zeit immer mehr davon nehmen müssen. Außerdem wird der Darm verändert, nach einer Weile kann man bei einer Darmspiegelung zum Beispiel erkennen, ob jemand jahrelang Abführmittel genommen hat. Darüber hinaus können Abführmittel durchaus ernste Gesundheitsstörungen verursachen.

Meiden Sie solche Präparate, wenn sie nicht ärztlich verordnet wurden. Und bevor Sie Verdauungsprobleme selbst behandeln, sollten Sie lieber einen Arzt aufsuchen und die Ursache abklären lassen. Denn veränderte Verdauungsgewohnheiten können durchaus Zeichen einer Erkrankung sein. Dann aber macht es Sinn, die Erkrankung zu behandeln, statt einfach nur Abführmittel zu nehmen.