Magnesium hilft bei Muskelkrämpfen

Das kann zwar mal vorkommen, ist aber im Grundsatz eher unwahrscheinlich. Denn es gibt mindestens drei verschiedene Blutsalze (Elektrolyte), die für den Muskelstoffwechsel eine wichtige Rolle spielen: Magnesium, Kalzium und Kalium. Dazu kommt, dass die Ursache für Muskelkrämpfe noch gar nicht in allen Einzelteilen bekannt ist, sicher ist, dass auch andere Mechanismen eine wichtige Rolle spielen. Ob, und wenn ja welches Salz nun für akut auftretende Muskelkrämpfe verantwortlich ist, dürfte daher in jedem Einzelfall unterschiedlich sein. Damit erklärt sich auch, warum vielen Menschen Magnesium bei Muskelkrämpfen nicht wirklich hilft.

 

Ich empfehle Ihnen daher, bei auftretenden Muskelkrämpfen den Arzt aufzusuchen und mit ihm zu sprechen. Findet man keine Ursache, kann man versuchen, die Elektrolyte z. B. in Tablettenform zusätzlich dem Organismus zuzuführen. Welche man dann nehmen sollte, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. “Relativ” erfolgreich und nebenwirkungsarm ist meiner Meinung nach eine Kombination von Magnesium und Kalzium (ggf. auch Kalium), jedoch sollten Sie immer Ihren Arzt fragen, ob etwas gegen die Einnahme der Elektrolyte spricht. Kalium sollte nie ohne Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden, da hier die Nebenwirkungsrate höher ist.

Gestatten Sie mir noch eine andere Anmerkung zu diesem Thema:

Man muss sich einmal grundsätzlich klar machen, was zu Muskelkrämpfen führen kann. Es gibt, ausgehend vom Rückenmark, den Muskel aktivierende wie auch den Muskel hemmende Impulse. Solange diese im Gleichgewicht sind, ist alles in Ordnung. werden jedoch aus irgendeinem Grund die hemmenden (entspannenden) Impulse nicht mehr bis zum Muskel weiter geleitet, kommt es zum Muskelkrampf. Dann hilft auch kein Cocktail mehr aus Elektrolyten (Magnesium, Kalzium, Kalium). Doch was hilft dann noch?

Ich möchte auf folgende Sendung von Quarks&Co verweisen:

http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2013/0129/faszien_2_auf_der_spur_der_faszien.jsp?mid=766114

Quarks&Co, unter der Leitung von Ranga Yogeshwar, ist eine sehr zu empfehlende, weil qualitativ sehr hochwertige Wissenschaftssendung im WDR. In der oben von mir zitierten Sendung ging es um Faszien (das sind die weißen Schläuche, in denen ein z. B. Filet steckt - jeder Koch hat das schon gesehen). Man kann sich die Sendung über den Link komplett ansehen.

Das verblüffende für mich: zwei Wochen nach dieser Sendung war ich auf einer Fortbildung. Eigentlich hatte ich eine schulmedizinische orthopädische Fortbildung erwartet, landete jedoch auf einer Fortbildung zum Thema "sensomotorische Einlagen", die zugegeben nicht ganz schulmedizinisch war. Dort wurde genau über die Faszien referiert, die auch in der Sendung angesprochen wurden. Insbesondere wurde darauf hingewiesen (was ich auch schon oft beobachtet habe), dass es eine Diskrepanz zwischen Rückenschmerzen und technisch fassbaren Befunden gibt. Viele Menschen mit schweren Veränderungen der Wirbelsäule haben kaum Beschwerden, und andere, die ständig starke Beschwerden haben, haben weder im Röntgen noch im MRT ernsthafte Veränderungen an der Wirbelsäule, die die Beschwerden erklären könnten.

Eine mögliche Erklärung wäre da doch tatsächlich, dass eben nicht die Wirbelsäule, sondern (bisher kaum untersuchte) Faszienprobleme die Auslöser der Beschwerden wären.

Was hat das mit Muskelkrämpfen zu tun?

Nun, auch ich leide oft unter starken nächtlichen Muskelkrämpfen, nichts hilft dagegen zuverlässig. Auf dem Kurs bekam jedoch jeder Teilnehmer ein paar sensomotorische Einlagen, angepasst auf die persönlichen Beschwerden (ausgetestet mittels Kinesiologie - also nicht schulmedizinisch). Doch was soll ich sagen? Seit dieser Zeit habe ich keine nächtlichen Muskelkrämpfe mehr, wenn ich tagsüber die Einlagen getragen habe. Erklären kann ich das Phänomen nicht, nicht einmal mit Placebo-Wirkung, ich habe ja nicht einmal mit einer Wirkung auf die Muskelkrämpfe gerechnet - wurde ja auch im Kurs nicht thematisiert.

Bevor Sie jedoch Ihren Arzt nach solchen Einlagen fragen: sensomotorische Einlagen gibt es von vielen Herstellern, jedoch sind die meisten davon nicht individuell anpassbar (und im Nachhinein veränderbar). Ob das von mir beobachtete Phänomen also für alle dieser Einlagen gilt, erscheint fraglich. Möglicherweise muss also eine regelmäßige Anpassung erfolgen.