Bei Grippe und Erkältung muss man Antibiotika nehmen

Es ist nicht nur medizinischer Schwachsinn, sondern meiner Meinung nach ein Kunstfehler, bei einer Erkältung oder Grippe, auch mit Fieber, ein Antibiotikum, z. B.Penicillin, zu verordnen bzw. einzunehmen.

Erkältungen und auch die Grippe sind Viruskrankheiten. Antibiotika sind aber nur gegen Bakterien wirksam, nicht jedoch gegen Viren.

 

Durch die Einnahme eines Antibiotikums wird die Krankheit also nicht beeinflusst, stattdessen töten wir viele unserer Darmbakterien, die wir notwendig zu unserer Verdauung brauchen. Deshalb bekommen auch viele Menschen durch Antibiotika Durchfall. Darüber hinaus sind die Darmbakterien sozusagen der Truppenübungsplatz für unsere körpereigene Abwehr. Hier wird unser Immunsystem fit gehalten. Töten wir diese Bakterien, schwächen wir unser Immunsystem - die nächste Erkältung ist damit vorprogrammiert. Inzwischen gibt es sogar Hinweise dafür, dass durch die Zerstörung oder Veränderung der Darmflora viele andere Erkrankungen, zum Beispiel chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, aber auch Autoimmunerkrankungen ausgelöst werden können. Auch eine Laktose-Intoleranz tritt gelegentlich als Folge von Antibiotika auf.

Antibiotika sind nur dann sinnvoll, wenn es zu Komplikationen gekommen ist, wie z. B. Mittelohrentzündung oder Lungenentzündung oder anderes. Sie können jedoch Komplikationen nicht verhindern, wenn man sie vorbeugend nimmt.

Was aber tun?

Zunächst kennt jeder den Spruch: “Eine Grippe dauert ohne Arzt sieben Tage und mit Arzt eine Woche!”
Soll heißen: Man kann zwar die Beschwerden lindern, aber die Dauer (bisher) nicht verkürzen. Wer es mit Chemie versuchen möchte: Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (ASS) gegen Schmerzen und Fieber, ACC oder Ambroxol bei Husten mit Auswurf. Alle anderen Medikamente, eigentlich auch ACC und Ambroxol, sind umstritten!

Omas gutes Hausrezept: Bettruhe, bei Fieber Wadenwickel, viel Vitamin C, viel trinken, am besten warmen Tee ohne viel Zucker.