Beispiel 3

Chronisch kranker 65jähriger Patient wegen koronarer Herzkrankheit, ist seit (mindestens) einem Jahr deswegen in regelmäßiger ärztlicher Behandlung. Geht wegen erneuter Brustschmerzen zum Arzt. Bekommt dort ein EKG, ein Belastungs-EKG wird für den nächsten Tag vereinbart. Mindestens zwei Arztbesuche, Zeitaufwand  50 Minuten oder mehr.

 

Datum

Ziffern

Beschreibung

Wert in Euro

Tag 1

03112

Grundpauschale für Versicherte ab dem 60. Lebensjahr inkl. Untersuchung des Patienten

35,74

 

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EKG: in Grundpauschale enthalten und nicht extra berechnungsfähig

00,00

Tag 2

03321

Belastungs-EKG

19,80

 

03212

Pauschale für chronisch kranke Menschen (der Begriff ist juristisch genau definiert)

17,35

Jeder weitere Tag

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Jeder weitere Arztbesuch ohne besondere (genau spezifizierte) Diagnostik oder Therapie ist nicht abrechenbar

00,00

Gesamt

 

Bekommt der Arzt dann, wenn RLV nicht überschritten ist

72,89

 

 

Bekommt der Arzt, wenn RLV überschritten:

ca. 7,29

 

Kommentar: In der Grundpauschale sind viele ärztliche Leistungen bereits eingeschlossen. Selbst, wenn wegen z. B. wegen Herzrhythmusstörungen in einem Quartal fünfmal ein EKG geschrieben wird, wird der Arzt doch nicht mehr als die Grundpauschale 03111 oder 03112 berechnen können. Wenn der Arzt eine Zusatzqualifikation besitzt, darf er aber ggf. zusätzlich ein Langzeit-EKG abrechnen. Hierfür gibt es die Ziffern 03322 (Anlegen eines Langzeit-EKG, Wert 6,66 Euro) und 03241 (Auswertung eines Langzeit-EKG, Wert 9,11 Euro). Die Berechnung darf übrigens nur erfolgen, wenn mindestens 21 Stunden aufgezeichnet wurden. Reißt ein Patient in der Nacht ein Kabel ab (z. B. im Schlaf), geht der Arzt leer aus.

Und noch ein Hinweis: Die genannten Summen sind die "Maximalsummen". Das bekommt der Arzt aber nur, wenn er die von den Krankenkassen festgelegten Höchstmengen nicht überschreitet. Fiktives Beispiel: Die Kassen erlauben mir 30 Langzeit-EKGs pro Quartal. mache ich 35, sind die letzten 5 umsonst. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass bei manchen Fachärzten zum Quartalsende merkwürdigerweise immer die Geräte kaputt sind, wenn man nach einer bestimmten Leistung fragt?

Für jeden Arzt gibt es auch eine Maximalsumme (=Regelleistungsvolumen, RLV), die er abrechnen darf. Überschreitet er diese, bekommt er für die die Maximalsumme überschreitenden Forderungen nur noch einen Betrag von derzeit etwa 10% der abgerechneten Summe.