”Ich habe Beschwerden, aber kein Spezialist findet was”

Auch dies lese ich des öfteren in den Anfragen des Medizinforums.

Denken Sie daran: Kein Mensch ist eine Maschine, sondern besteht neben dem Körper auch aus einer Seele (und Psyche). Viele Menschen meinen, bei Beschwerden immer gleich einen Spezialisten aufsuchen zu müssen. Diese sind zwar in der Tat spezialisiert, aber sehen meist recht schmalspurig nur ihren Fachbereich, um die Psyche kümmern sie sich dabei nur selten.

Dazu gibt es Beschwerden, die auf zahlreiche Erkrankungen aus unterschiedlichen Fachgebieten hindeuten, die der Spezialist aber nicht alle abdecken kann. Dann ist die Gefahr groß, dass eine Erkrankung übersehen wird.

 

Als Beispiel sei ein Patient mit linksseitigen Rückenschmerzen genannt, der lange Jahre zum Orthopäden lief und eines Tages tot war. Bei der Autopsie fand man eine schwere Herzerkrankung, die nie entdeckt wurde.

Da sei der umgekehrte Fall beschrieben, wo ein Patient wegen Brustschmerzen jahrelang von einem Kardiologen zum nächsten lief, weil er fest davon überzeugt war, dass es sich um eine Herzerkrankung handeln musste. Als er wegen einer Erkältung mal beim Hausarzt war und nebenbei auch die Brustschmerzen erwähnte, schickte ihn dieser einmal zu einer Magenspiegelung – man fand ein großes Magengeschwür, und nach entsprechender Therapie waren die jahrelangen Schmerzen weg.

Sie meinen, das ist weit hergeholt? Ist es leider nicht, sondern gängige Praxis.

Der große Vorteil eines Hausarztes ist, dass er nach Erstuntersuchung eben aus seiner Erfahrung entscheiden kann, ob ein Spezialist notwendig ist, und wenn ja, welcher. Und er bekommt dann hinterher einen Befundbericht. Der Hausarzt ist also im Idealfall immer über alle Erkrankungen, ferner Untersuchungsbefunde und Therapien informiert. Das schützt vor Doppeluntersuchungen und Medikamentenwechselwirkungen!