Die häufigsten Missverständnisse zwischen Patient und Arzt

In meiner Tätigkeit als Hausarzt und auch als Berater in Medizinforen stellen sich mir mir immer wieder die gleichen Probleme dar, die meiner Meinung nach ganz allein auf fehlende Kommunikation oder Missverständnissen zwischen Arzt und Patient zurück zu führen sind.

Ich möchte diese hier einmal darlegen und Lösungswege aufzeigen.

“Ich war beim Arzt, aber er hat mir nicht geholfen....”

In vielen Fällen stellt sich dann heraus, dass Patienten wegen Beschwerden einmalig beim Arzt waren. Dieser hat ein Medikament verschrieben, welches nicht geholfen hat. Ein erneuter Besuch beim Arzt fand nicht statt.

Offensichtlich gibt es viele Patienten, die der Meinung sind, dass ein Arzt nach einem Besuch mit einer Untersuchung immer eine Diagnose haben sollte. Dies ist jedoch überhaupt nicht real. Denn es gibt zahlreiche Erkrankungen, die nur mit viel Aufwand und Zeit zu diagnostizieren sind. Man kann nun mal nicht alle Untersuchungen gleichzeitig machen, zumal dies auch viel zu teuer wäre und von den Kassen nicht bezahlt würde.

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“Mein Arzt weiß nicht weiter”

Dies ist auch ein Satz, den ich im Internetforum öfters zu lesen bekomme. Stimmt das wirklich? Hat Ihr Arzt Ihnen gesagt, dass er nicht weiter weiß? Oder ist dies eine Vermutung von Ihnen, weil die Diagnose immer noch nicht gefunden wurde.

Denken Sie daran, dass manche Krankheiten nur schwer zu entdecken sind. Dazu braucht Ihr Arzt Zeit, und vor allem auch Ihre Mithilfe. Gehen Sie nicht zum Arzt, kann der auch nichts untersuchen. Und wenn mal was nicht klappt, oder ein Medikament nicht wirkt, gehen Sie noch mal zu ihm hin.

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”Mein Arzt hat keine große Diagnostik gemacht, sondern mir gleich ein Mittel aufgeschrieben”

Das kann passieren, wenn es sich um Bagatellbeschwerden handelt. Dazu zählen Husten, Schnupfen, Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen und ähnliches. Hier liegt in über 98% der Fälle ein einfacher Virusinfekt als Ursache vor, und in diesen Fällen ist es gerechtfertigt, erst einmal nach einer durchgeführten körperlichen Untersuchung ein paar Tage diesen Infekt zu behandeln. Die körperliche Untersuchung dient dazu, Bedrohliches auszuschließen, und aufgrund seiner Erfahrung wird Ihr Arzt hier schnell erkennen, ob eine akute Gefahr droht.

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”Ich habe Beschwerden, aber kein Spezialist findet was”

Auch dies lese ich des öfteren in den Anfragen des Medizinforums.

Denken Sie daran: Kein Mensch ist eine Maschine, sondern besteht neben dem Körper auch aus einer Seele (und Psyche). Viele Menschen meinen, bei Beschwerden immer gleich einen Spezialisten aufsuchen zu müssen. Diese sind zwar in der Tat spezialisiert, aber sehen meist recht schmalspurig nur ihren Fachbereich, um die Psyche kümmern sie sich dabei nur selten.

Dazu gibt es Beschwerden, die auf zahlreiche Erkrankungen aus unterschiedlichen Fachgebieten hindeuten, die der Spezialist aber nicht alle abdecken kann. Dann ist die Gefahr groß, dass eine Erkrankung übersehen wird.

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”Die verschriebenen Pillen helfen mir nicht”

Kein Medikament hilft bei allen Menschen, die Wirkung ist immer etwas unterschiedlich, da wir ja alle Individuen sind und einzigartig auf der Welt. Das unterscheidet uns von Autos. Also kann es passieren, dass ein Medikament bei Ihnen nicht wirkt, obwohl es bei anderen wirkt.

Dies kann Ihr Arzt aber nicht im voraus wissen, daher sollten Sie ihm das sagen und ihn um ein anderes Mittel bitten.

”Mein Arzt verschreibt mir immer nur die billigen Pillen”

Dazu ist Ihr Arzt verpflichtet, sonst macht er sich strafbar. Dazu ist er im übrigen auch bei Privatpatienten verpflichtet, auch wenn viele das anders sehen. Zwar übernehmen die meisten Privatversicherer noch klaglos die Kosten für das Medikament, es mehren sich aber rapide die Versicherer, die eben nicht mehr alles bezahlen, oder eine besondere Begründung dafür haben wollen, warum ein so teures Medikament verschrieben wurde. Und manche Medikamente bezahlt auch die Privatversicherung schon nicht mehr.

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"Mein Arzt hält mich für einen Simulanten, obwohl ich wirklich Beschwerden habe."

Tut er das wirklich, oder glauben Sie es nur, dass er so denkt? Das ist nämlich ein großer Unterschied. Ich meine, jeder Arzt weiß, dass er nicht immer zu Beschwerden auch eine Diagnose findet. Er wird Ihnen dann gesagt haben, dass er nichts finden kann. Möglicherweise haben Sie daraus geschlossen, dass er Sie für einen Simulanten hält. Ich aber glaube, dass er das nicht tut, denn er weiß ja um die Schwierigkeit mancher Diagnostik - gerade in der heutigen Zeit.

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