Lügt die Presse?

Aktualisiert am 27.7.20

Ich weiß, ein etwas reißerischer Titel. Aber es ist schon so, dass man Äußerungen der Presse zur Corona-Krise in der aktuellen Zeit richtig interpretieren muss. Denn allzu einseitig ist die Berichterstattung in den letzten Wochen und Monaten erfolgt. Die Aufgaben, kritische Fragen zu stellen, Aussagen und sogenannte Fakten zu überprüfen und zu hinterfragen, findet man schon lange nicht mehr in der Mainstream-Presse. Und die sogenannten Faktenchecks machen oft genau das nicht, was sie sollen, nämlich Fakten checken. Daher sind diese oft noch fehlerhafter als die Aussage, die überprüft werden soll.

Meine Einschätzung zu diesem Thema fußt ganz allein auf wissenschaftlichen Daten, ich brauche keine Verschwörungstheorien, keine Impfgegner oder sonstige Randmeinungen. Allein das Wissen um die aktuellen Forschungsergebnisse reicht aus, um zu erkennen, dass wir nicht selten falsch informiert werden, wobei ich keine Vorstellung darüber habe, warum dies so ist.

In den letzten (25.7.20) Tagen steigt die Anzahl der gemeldeten positiven Testergebnisse an. Man spricht nach den Zahlen der John-Hopkins-Universität von einem Höchststand seit 4 Wochen.

Was die Presse aber verschweigt, ist die Tatsache, dass auch mehr getestet wurde. Es ist doch einfach logisch, dass ich doppelt so viele positive Testergebnisse bekomme, wenn ich doppelt so viele Tests mache, oder?

Schauen wir uns diese Statistik an:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1107749/umfrage/labortest-fuer-das-coronavirus-covid-19-in-deutschland/

Dort sehen Sie neben der Anzahl der positiv gemeldeten Tests auch die Anzahl der insgesamt in Deutschland gemachten Tests und die Anzahl der positiv gemeldeten Tests in %. Für die Wochen 23-29 klicken Sie bitte unter der Tabelle auf das Wort "Nächste".

Und was kann man dort leicht erkennen: Während wir zu Anfang der Testreihen positive Testergebnisse in bis zu 8,7% der Tests hatten, haben wir in den Kalenderwochen 27-29 den niedrigsten Anteil an positiven Tests überhaupt, nämlich nur 0,6%. Mit anderen Worten: Die Häufigkeit von Neuinfektionen (wenn es überhaupt Neuinfektionen sind) fällt im Gegensatz zu den Angaben der Presse!

Wurde dies jemals im Fernsehen erwähnt?

Wurde jemals im Fernsehen berichtet, dass es falsch positive Testergebnisse gibt, also positive Tests, obwohl der Betroffene gar nicht infiziert ist? Siehe dazu auch "Corona - Drama in Deutschland"

 

Ein anderes Beispiel ist die Heute-Sendung von 18.6.2020:

An diesem Tag gab es die Berichterstattung um einen Corona-Ausbruch in den Fleischfabriken der Firma Tönnies in Gütersloh. Dort wurde innerhalb kurzer Zeit die gesamte Belegschaft des Werkes auf Corona getestet, und man fand (mindestens) 730 Menschen, deren Abstrich positiv auf Corona war. Das ZDF sagt in der Nachrichtensendung wortwörtlich:

„Die Infektionen in Deutschland nehmen wieder zu. Dabei sind zwei große lokale Ausbrüche bislang nur teilweise in der Statistik erfasst. Im Durchschnitt der letzten sieben Tage stecken sich täglich 300 Menschen neu mit dem Corona-Virus an. Eine aktuelle Masseninfektion ist im Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Gütersloh. Dort bleiben jetzt Schulen und Kitas bis zu den Sommerferien geschlossen… Nach wie vor ist offen, wie genau es zu den bisher 730 bestätigten Infektionen kam, 5300 Tests stehen noch aus.“

Jetzt klingt das ja in der Tat bedrohlich, und doch ist nahe keine einzige Aussage dazu völlig richtig, sondern muss richtig interpretiert werden.

Denn:

Keine Statistik kann sagen, wann eine Infektion erfolgte. Insofern ist die Aussage „stecken sich täglich neu an“ eine reine Hypothese ohne Wahrheitsgehalt. Richtig wäre die Aussage: „gibt es täglich X Meldungen über neue positive Corona-Tests.

Wo liegt der Unterschied? Wenn ein Test positiv ist, kann man nicht sagen, wann die Ansteckung erfolgte. Man kann eben nur sagen, dass im Test genetisches Material des Corona-Virus nachgewiesen wurde. Die Besiedlung oder Ansteckung kann also vor vier Tagen, aber auch vor sechs Wochen erfolgt sein. Das gibt der Test nämlich gar nicht her!

Das ZDF spricht von „Masseninfektion“. Kann man jedoch überhaupt von Masseninfektion sprechen? Denn hierunter versteht man doch gewöhnlich, dass einer oder wenige Menschen innerhalb kurzer Zeit große Menschenmassen infiziert haben. Aber wurden diese Menschen denn innerhalb weniger Tage infiziert? Das ist völlig unbekannt.

Wenn man mit dem Corona-Virus Kontakt hatte, gibt es mehrere Möglichkeiten:

IgA-antikörper in den Schleimhäuten von Nase und Rachen neutralisieren das Virus, so dass keine Erkrankung entstehen kann. (vermutlich ca. 80% aller Menschen)

Das Virus kann tatsächlich in Zellen eindringen und manipuliert die Zellen dann so, dass diese neue Viren produzieren und nach außen abgeben (etwa 20%), anschließend sterben die Zellen ab. Interessant ist nebenbei noch, dass die neuen Viren manchmal mutiert sind, also ihr Erbgut verändert haben.

In beiden Fällen kann ein Corona-Test aber positiv sein. Es werden also auch all die Fälle (oder zumindest viele) erfasst, bei denen das Virus nicht in wesentlichem Maße in Zellen eindringen konnte. Diese Menschen werden nicht krank und gelten nach aktuellen Studien auch nicht als ansteckend. Da dies etwa 80% aller Fälle ausmacht, werden als in entsprechendem Umfang Fälle in der Statistik erfasst, die für die Pandemie völlig belanglos sind, aber die Zahlen erhöhen und dafür sorgen, dass wir immer noch unter (in meinen Augen gesetzwidrigen) Einschränkungen leiden müssen. Würde man diese Zahlen nämlich abziehen, hätten wir vermutlich nicht mehr als 50 Ansteckungen pro Tag in Deutschland.

Zurück zu den Fällen in der Fleischfabrik: Die Tests waren positiv, aber wann der Kontakt mit dem Virus stattfand, ist völlig unklar. Ich habe z. B. unter meinen Patienten einen Fall, wo der Test über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen positiv war.

Das interessante: Der Patient hatte zu keinem Zeitpunkt typische Corona-Beschwerden. Es ist also überhaupt nicht klar, ob er erkrankte, oder nur eine harmlose Besiedlung der Schleimhäute hatte. Es ist nicht klar, ob er jemals andere hätte anstecken können. Trotzdem dauert die Quarantäne kraft Anordnung des Gesundheitsamts inzwischen mehr als sechs Wochen.

Ich sage Ihnen ganz offen: Mit mir hätte das Gesundheitsamt das nicht gemacht! Ich würde nur dann in Quarantäne gehen, wenn man mir nachweist, dass ich ansteckend bin.

Hintergrund: Eine Ansteckung bei Menschen völlig ohne Beschwerden scheint nach aktuellen Berichten aus der Fachwelt nahezu ausgeschlossen. Insofern stellen diese Menschen auch keine Gefahr dar. Das ist vermutlich in ca. 80% der Fälle so. Hat man Beschwerden, beginnt die Infektionsgefahr ca. 24-36 Stunden vor den ersten Symptomen und endet spätestens nach 7-10 Tagen, und dies sicher und ausnahmslos. Jedenfalls gibt es keine Studien oder Untersuchungen, bei denen nach mehr als 10 Tagen von Beginn der Infektion noch lebende Viren nachgewiesen werden konnten – obwohl der PCR-Test noch bis zu vier Wochen danach noch positiv sein konnte.

Als Folge wurden in Gütersloh Schulen und Kitas wieder geschlossen. Eine völlig unsinnige Entscheidung, dann nach aktuellen Studien scheint es so zu sein, dass Kinder überhaupt nicht ansteckend sind, und damit auch keinen Schaden anrichten können. Wie sinnvoll ist es daher, seit Monaten Schulen und Kitas zu schließen, ganze Familien damit vor teilweise unlösbare organisatorische Probleme zu stellen!

Übrigens: In anderen Ländern, wie Dänemark und Niederlande, sind die Schulen und Kitas längst wieder im Normalbetrieb. Geschadet hat es beiden Ländern nicht.

Fazit: Die Ereignisse in Gütersloh sind traurig und zeigen die teilweise skrupellose Geschäftspolitik mancher Firmen. Die Berichte über die Infektionen muss man jedoch differenziert betrachten, sicher wurden nicht alle am gleichen Tag angesteckt, und die meisten infizierten dort sind nicht krank und werden nicht krank. Man darf also trotz allem gelassen bleiben! Allerdings verliere ich mehr und mehr den Glauben an eine seriöse und objektive Presse.