Ist Krebsvorsorge wirklich sinnvoll?

Sehr aktiv wird von Krankenkassen und anderen Verbänden auf die Krebsvorsorge hingewiesen. Frauen bekommen ab dem 50. Lebensjahr ja sogar eine Einladung zur Mammographie per Post.

Doch ist das wirklich sinnvoll? Dieser Frage sind in einigen Studien Forscher einmal nachgegangen. Hier die Fakten für die Mammografie:

Von 1000 Frauen sterben ohne Vorsorge-Mammografie 5 Frauen an den Folgen von Brustkrebs (=5 Promille).

Wenn 1000 Frauen zur Vorsorge gehen, kann man die Sterberate an Brustkrebs um 20% reduzieren. Klingt gut, bedeutet aber, dass statt 5 Frauen nur 4 Frauen an Brustkrebs bzw. dessen Folgen sterben (1 Promille aller Frauen, die zur Mammografie gehen, profitieren durch Lebensrettung davon).

Jedoch:

Umgekehrt bekommen 100 von 1000 Frauen zunächst einmal die Diagnose "Verdacht auf Brustkrebs" (=10 %), die erst im weiteren Verlauf dann (meist) entkräftet werden kann. Diese Frauen werden durch diesen Verdacht jedoch zumindest vorübergehend emotional sehr belastet.

5 von 1000 Frauen jedoch bekommen die Diagnose Brustkrebs, werden entsprechend behandelt (OP und Chemotherapie), obwohl sie nach derzeitigem Wissen nie an diesem Brustkrebs gestorben wären, denn selbst unbehandelt hätte er nie ihr Leben bedroht.

Stellen wir die Zahlen gegenüber:

Von 1000 Frauen

  • sterben 5 ohne Vorsorge an Brustkrebs
  • sterben 4 Frauen an Brustkrebs, obwohl er früh durch Vorsorge erkannt wurde
  • also wird 1 Frau durch Vorsorge gerettet
  • werden 100 Frauen dem Verdacht auf Brustkrebs ausgesetzt
  • werden 5 Frauen unnötig an einem tatsächlich vorhandenen Brustkrebs behandelt, obwohl dieser Krebs sie nie bedroht hätte

Ich möchte hier sicher nicht dazu aufrufen, nicht mehr zur Krebsvorsorge zu gehen. Aber ich finden, diese Fakten sollten jedem bekannt sein, der für sich die Entscheidung für oder Gegen Krebsvorsorge treffen möchte.

Entscheiden Sie für sich selbst!