Der Shutdown muss beendet werden!

(aktualisiert am 21.4.20)

Langsam aber sicher kommt mehr und mehr Licht in die aktuelle Coronakrise. Neue Studien und klinische Erfahrungen werden veröffentlicht, und ganz langsam weicht die Spekulation und wird ersetzt durch belastbare Zahlen.

Und diese Zahlen klingen vorerst deutlich optimistischer als zunächst befürchtet. Denn als erster Virologe lieferte Prof. Hendrik Streeck aus Bonn erste Zwischenergebnisse seiner noch laufenden Untersuchungen in Gangelt im Kreis Heinsberg, einem der ersten Hotspots in Deutschland mit vielen Infektionen.

Stark vereinfacht hat Streeck durch Reihenuntersuchungen (Blutwerte und Abstriche) an Haushalten dort folgendes festgestellt:

  • Es gibt vermutlich dort bereits 15% Menschen mit Antikörpern und damit nach bisherigem Wissen Immunität gegen das Virus.
  • Die Letalität (Sterblichkeit der Infizierten) an dem Virus beträgt nur 0,37%.
  • Die Mortalität (Sterblichkeit bezogen auf die Gesamtbevölkerung) beträgt sogar nur 0,06%
  • Es besteht eine hohe Dunkelziffer an Menschen, die ebenfalls infiziert waren, aber nicht krank wurden.
  • Offensichtlich hängt die Schwere der Erkrankung auch davon ab, wie viele Viren man abbekommt.

Hier übrigens Links für Interessierte:

Das sind nun Zahlen, die einen optimistisch machen. Dann was mancher (auch ich) schon immer angenommen hat, scheint ein wenig wahrscheinlicher zu werden. Covid-19, ausgelöst durch eine Infektion mit dem Coronavirus, ist weit weniger schlimm, als wir alle befürchtet haben.

Doch noch ist bei aller Freude Zurückhaltung angesagt, denn es handelt sich hier um vorläufige Daten, die Studie ist ja noch nicht abgeschlossen. Und kaum wurden die Zahlen genannt, tauchten auch gleich die ersten Kritiker auf, hielten die Studie für methodisch falsch, unterstellten falsche Testverfahren und zweifelten somit die Ergebnisse komplett an.

Nun ist Prof. Streeck ja kein Anfänger, sonst wäre er nicht Chef seiner Abteilung (die vor ihm übrigens einer seiner größten Kritiker Prof. Drosten geleitet hatte). Man darf ihm daher schon ein gewisses Vertrauen entgegenbringen, dass er versucht, sein Bestes zu geben und die Studie so wissenschaftlich wie möglich durchzuführen. Aber natürlich passt ein solches Ergebnis nicht in die Argumentation der Panikmacher, die gerne monatelang eine Einschränkung unserer grundgesetzlich gesicherten Freiheit gesehen hätten.

Warten wir einfach die weitere Diskussion ab, aber einen dicken Grund zur Hoffnung sehe ich hier schon ganz deutlich.

Ich möchte zusätzlich einiges zur Informationspolitik der Presse, der Politiker, Virologen und des Robert-Koch-Instituts ausführen, und ich räume ein, dass ich hier sehr kritisch bin und vieles für falsch bzw. überzogen halte.

Zunächst einmal sei Kritik an den offiziellen Zahlen geäußert, egal, von welcher Quelle sie stammen.

Die Zahl der Infizierten

Diese Zahl gibt die Gesamtheit aller Infizierten wieder, was aber nicht gleichbedeutend ist mit der Anzahl der Kranken. Denn mehr als 99% werden ja wieder gesund, und die meisten davon innerhalb von 14 Tagen.

Die Anzahl der Toten

Eine sehr irreführende Zahl. Denn weltweit kommt jeder, der bei seinem Tod eine Infektion mit dem Coronavirus hatte, in diese Statistik, und zwar völlig unabhängig davon, ob er wirklich an dieser Infektion gestorben ist. Bei vielen wurde diese Infektion sogar erst nach dem Tod durch einen Abstrich festgestellt! Diese immer wieder genannte Zahl ist also weltweit viel zu hoch.

Die Zahl der Genesenen

Diese Zahl ist besonders unsicher, da in vielen Ländern (auch in Deutschland) keine Meldepflicht für Genesene besteht. Melden muss man nur die Erkrankten, nicht jedoch, ob jemand wieder gesund ist.

Damit dürfte klar sein, dass die Zahl der Genesenen vermutlich deutlich höher sein wird, als angegeben.

Dunkelziffer

Ein anderes Problem: die Dunkelziffer. Wie hoch mag sie sein? Im Robert-Koch-Institut werden Zahlen um 80% angegeben, damit hätte man bei offiziell 113.525 bekannten Infizierten schon 567.000 Infizierte, wobei die meisten nicht einmal von der Infektion merken. Andere Experten schätzen die Zahl noch viel höher ein, bis zu 2,2 Millionen. Würde man jetzt die bisher genannte Zahl der Toten dazu in Relation stellen, kämen wir sogar nur auf eine Letalität von 0,1%. Streeck hatte immerhin 0,37% angegeben, in offiziellen Veröffentlichungen in der Presse und anderswo wird aber immer eine Letalität von knapp 2% angegeben. Irgendwas kann da doch nicht stimmen.

Verdopplungszahl

Und schauen wir weiter. Als die Pandemie begann, sprach die Bundesregierung davon, die damalige Verdopplungszahl (der Zeitraum, in der sich die Anzahl der Infizierten verdoppelt) von 6 auf 10 Tage zu verlängern. Das sei ihr erklärtes Ziel, bevor Maßnahmen gelockert werden könnten. Nachdem diese Zahl erreicht wurde, sollte plötzlich eine Zahl von 14 Tagen notwendig sein, um die Freiheitseinschränkungen zu lockern. Was wird die Regierung als nächstes fordern.

Eine Verdopplungszahl von 14 Tagen bedeutet übrigens, dass die Menge der noch Erkrankten nicht weiter ansteigt. Denn die vor 14 Tagen Erkrankten sind ja inzwischen wieder gesund. Heute (10.4.20) liegt die Verdopplungszahl schon bei 16,8 Tagen. Was will die Bundesregierung denn noch erreichen?

Und wenn wir uns die Zahlen der einzelnen Bundeslänger anschauen, kommen wir zu einem ähnlichen Ergebnis:

Nordrhein-Westfalen:

 

Seit dem 19.3.20 steigt im Schnitt die Anzahl der neuen Fälle nicht mehr an. Umgekehrt dürften die gemeldeten Fälle vom 19.3. aktuell längst wieder gesund sein (von ganz wenigen Verstorbenen abgesehen)

Ahnliche Situationen haben wir in anderen Ländern, und selbst für die gesamte BRD zeigt sich ein ähnliches Bild:

 

Quelle: aufgearbeitete Daten des RKI und anderer Quellen (Klick)

Hinweis: Durch Klicks auf einzelne Bundesländer kann man die auf das Land bezogenen Daten sehen. Schauen Sie sich auch einmal die Landkreise an, oder wechseln sie (Link oben rechts) auf internationale Zahlen.

Zahl der tatsächlich Kranken

Diese zahl findet man in Deutschland nicht, während z. B. in anderen Ländern auch diese Zahl veröffentlicht wird. Man könnte nun meinen, dass die offizielle Zahl der Genesenen dies wiederspiegelt, jedoch gibt diese Zahl nur die Anzahl der gemeldeten Genesenen an, aber es besteht ja keine Meldepflicht für (wieder) Gesunde.

Ein anderer Ansatz ist der folgende: nach Meinung der Virologen dauert die Erkrankung vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zur Genesung etwa 14 Tage. Um nun eine ungefähre Vorstellung von der Anzahl der tatsächlich Kranken zu bekommen, muss man ja nur von der aktuellen Anzahl der gemeldeten Infizierten die Anzahl der vor 14 Tagen gemeldeten Infizierten subtrahieren, da diese mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% spätestens nach 14 Tagen wieder gesund sein dürften.

Macht man dies, kommt man zu diesem Bild und der überraschenden Erkenntnis, dass (zumindest in NRW) die Anzahl der tatsächlich Kranken nicht mehr ansteigt.

Es gibt aber noch etwas, was mich zugegeben doch sehr verwirrt, und ich mich frage, ob uns nicht bewusst falsche Zahlen unterbreitet worden sind. Den vor kurzem erschein eine neue Veröffentlichung im Robert-Koch-Institut, welches sie hier anschauen können:

Klick!

In Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung kommen wir zu einer neuen Zahl, die zuletzt häufiger genannt wurde:

 

Reproduktionszahl

Diese Zahl gibt an, wieviele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt neu ansteckt. Beispiel: Bei einer Reproduktionszahl R von 2 steckt jeder Infizierte im Durchschnitt zwei Menschen neu an, und das in einem Zeitraum, den man serielles Intervall nennt. Das ist der Zeitraum, bis zu dem die neu angesteckten im Schnitt dann krank werden. Anfänglich lag dieser Wert bei 7,5 Tagen, inzwischen jedoch wird dieser Wert mit 4 angegeben. Also steckt bei R = 2 ein Infizierter innerhalb von vier Tagen zwei weitere Menschen an, bei einer Reproduktionszahl von 0,5 werden von zwei Infizierten nur noch einer neu angesteckt. 

Erinnern Sie sich? Anfänglich wurde in den Medien immer wieder behauptet, das ein Infizierter drei weitere Menschen ansteckt. aus einem Infizierten wurden nach vier Tagen dann drei, nach acht Tagen dann 3 mal 3 = 9, nach 12 Tagen dann 27 usw.

Aber wie das aktuell ist, kann man in der oben verlinkten Arbeit oder in der folgenden Grafik erkennen:

 

 

An dieser Grafik kann man erkennen, dass die Reproduktionszahl schon seit längerem bei oder unter 1 liegt. Betrachten wir einmal die zeitlichen Ereignisse:

Am 9.3.2020 wurden Großveranstaltungenmit mehr als 1000 Teilnehmer verboten. Damals lag die Reproduktionszahl bei etwas über 3, sank aber bereits zwei Tage später wieder ab.

Am 16.3.2020 wurden Schulen und Kindergärten geschlossen, bundesweit wurden Leitlinien erstellt zur Bekämpfung des Virus. Damals lag die Reproduktionzahl aber schon deutlich unter 2 und sank bis zum 23.3.20 unter 1.

Am 23.3.2020 wurde das bundesweite Kontaktverbot mit weitreichenden Einschränkungen unserer grundgesetzlich festgelegten Freiheit beschlossen, und das, obwohl der Reproduktionsindex bereits unter 1 lag. Mit anderen Worten: Bereits zu diesem Zeitpunkt steckte ein Infizierter weniger als einen Menschen neu an, so dass bereits zu diesem Zeitpunkt klar war, dass die Anzahl der Neuinfektionen sinken würde. Und das bundesweite Kontaktverbot hat diese Zahl nicht weiter verbessert, man könnte also sagen, dass es komplett überflüssig war!

Es wird Sache der Juristen sein, dies aufzuarbeiten, um zu klären, ob die Regierung hier verfassungsgemäß gehandelt hat, Ich beginne, hier langsam Zweifel zu hegen.

Und ich frage mich: hat die Regierung von diesen Zahlen, die ja offizielle Zahlen des RKI sind, gewusst?

 

 

Worauf warten wir also jetzt noch?

 

Fazit

Mein Fazit: angeheizt von der Presse, ungenauen Angaben ohne weitere Erklärungen seitens des Robert-Koch-Instituts, gerne aufgenommen von der Regierung, werden wir jetzt schon zu lange unserer Freiheitsrechte beraubt, denn dazu gibt es nach aktuellen medizinischen Daten keinen Anlass mehr.

Jedoch wäre es aus meiner Sicht falsch, alles auf einmal aufzuheben. Im schlimmsten Fall würde das zu einer neuen Welle führen, die zwar vermutlich nicht mehr ganz so schlimm verlaufen würde, aber trotzdem noch einmal heftig sein könnte.

Darum fordere ich dringend eine schrittweise Lockerung der Beschränkungen, insbesondere der Freiheitsrechte (Bewegungsfreiheit). Nach allen bisherigen Informationen ist der Abstand der Menschen untereinander die wichtigste Maßnahme zur weiteren Bekämpfung des Virus.

  • Geschäfte sollten wieder öffnen, aber die Anzahl der gleichzeitig im Laden befindlichen Kunden begrenzen.
  • Restaurants sollten wieder öffenen, aber z. B. nur jeden zweiten Tisch belegen dürfen, und pro Tisch nicht mehr als vier Personen zulassen.
  • Kindergärten und Schulen sollten wieder öffnen, das öffentliche Leben weitgehend wie bisher möglich sein, jedoch alles unter der Maßgabe, dass die Menschen zueinander Abstand halten.
  • Wichtige Hygienestandards sollten z. B. im Fenrsehen immer wieder angeführt und erwähnt werden, um die Menschen an bestimmte Notwendigkeiten zu erinnern.
  • Sport sollte wieder erlaubt sein, insbesondere dann, wenn er einzeln oder zu zweit möglich ist.
  • Aber noch sollen sich keine größeren Gruppen bilden, und am sinnvollsten ist es, wenn weiterhin maximal zwei Menschen zusammenstehen (Familien mit Kindern ausgenommen).

Es gibt aber auch Dinge, die aktuell noch nicht möglich sein dürften:

  • (Sport)-Veranstaltungen mit großen Zuschauermengen auch im Freien
  • Veranstaltungen in Räumen mit engem Körperkontakt der Zuschauer.
  • Konzerte

Dass allerdings jetzt schon Ereignisse vom Jahresende abgesagt werden, wie heute das Münchner Oktoberfest, halte ich aktuell doch für deutlich übertrieben. Meiner meinung nach sollte es reichen, zunächst einmal für die kommenden zwei Monate zu planen. Und ich meine, dass hier manche Regierung doch zu sehr mit den Ängsten der Einwohner spielt

Und besonders wichtig ist es, dass wir die Menschen weiter schützen, die besonders gefährdet sind. Dazu gehören vor allem die alten Menschen, insbesondere dann, wenn sie noch Riskofaktoren wie KHK, Schlaganfall, Diabetes, hoher Blutdruck oder Nierenerkrankungen haben. Denn sie haben, wenn sie erkranken, ein besonders hohes Risiko für einen schwerwiegenden oder tödlichen Verlauf.

Hier sind wir besonders gefordert. Denn auf Dauer ist ein Besuchsverbot in Altenheimen und Pflegestationen mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Dazu kommt, dass die alten Menschen sehr unter dem Kontaktverbot leiden, insbesondere dann, wenn sie dement sind und die Situation nicht mehr begreifen können. Hier könnte ein Kontaktverbot sogar tödlich sein!

Augenmaß muss hier gelten. Kontakte sollte man beschränken, z. B. indem immer nur eine Person die alten Menschen besucht. Und im Falle einer bekannt gewordenen Infektion muss eine schnelle Eingreiftruppe das Ausmaß der Infektion analysieren und ggf. Maßnahmen treffen können, um größere Ausbrüche zu verhindern.

Mit all diesen Maßnahmen ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit möglich, die Pandemie in Deutschland zu beherrschen, dabei ein halbwegs normales Leben zu ermöglichen und der Wirtschaft die schnelle Chance zu geben, sich wieder zu erholen. Ein weiteres Stagnieren, eine zögerliche oder gar ängstliche Haltung der Politiker mit Beibehalten des jetzigen Status jedoch wird langfristig in Deutschland zu mehr Schäden führen als die Corona-Infektion selbst.

Und ich meine, dass die jetzt noch vorhandene Zustimmung der Bevölkerung zu den Maßnahmen bald schwinden und sich in Wut umwandeln wird, sobald noch mehr Fakten bekannt werden.

Das ist jedenfalls meine feste und wissenschaftlich gut begründbare Überzeugung!