Die Leiden des Arztes

Leiden Ärzte? Manchmal ja, manchmal nein. Und wie immer jammern wir auf hohem Niveau, denn in vielen anderen Bereichen ist es noch schlechter.

Ist es denn wirklich schlecht? Jaaaaeeeiiiin, aber Jammern muss eben manchmal sein, zumindest in Deutschland ;-)

Ich schreibe hier immer mal wieder rein, was mir so im Arbeitsalltag auffällt, Positives wie Negatives. Manches hier ist ernst gemeint, manches eher mit Augenzwinkern. Machen Sie für sich einfach das Beste daraus!


 

Herr Doktor, ich hab da mal ne Frage...

Freitag, den 9.8.2019

Sie kennen es bestimmt, haben es vielleicht schon einmal gesehen, oder gar selbst versucht: Ihr Hausarzt begegnet Ihnen zufällig oder läuft gerade in der Praxis an Ihnen vorbei, während Sie an der Anmeldung stehen, um sich in die Liste eintragen zu lassen.

Die Gelegenheit ist günstig, mal eben eine Frage zu stellen, vielleicht muss man dann ja nicht warten, sozusagen an den anderen Gästen vorbei.

„Muss mein Mann die Blutdruckpillen wirklich zweimal täglich einnehmen?“

„Die kleinen weißen Pillen, sie wissen schon, ich vertrage die nicht, warum muss ich die nehmen?“

„Ist mein Bericht von Kardiologen schon eingetroffen?“

„Wie lange muss ich denn noch die blöden Thrombosespritzen nehmen?“

 

 

European Song Contest 2019

Samstag, den 18.5.2019

Ich bin ja nun im Nebenberuf auch Musiker. Also schaue ich mir gerne Msiksendungen an, heute z. B. den ESC = European Song Contest aus Israel.

Oh mein Gott, was für Schmerzen für meine Musikerohren. Dies ist seit langem die ESC-Veranstaltung mit den schlechtesten Songs, die je gesendet wurde.

Wo sind die eingängigen Melodien? Wo sind grandiose Orchestrierungen? Wo höre ich eine schöne Stimme? Nichts, absolut gar nichts.

Es gibt ein paar einfache Regeln für einen erfolgreichen und auch schönen Song:

- eingängige Melodie
- Spannungsaufbau
- Höhepunkt am Schluss
- guter Gesang
- entweder grandiose Ballade oder Uptempo mit Zuckfaktor für die eigenen Beine

Und heute? Nichts, nur gähnenden Langeweile, teilweise treffen die Sänger nicht einmal die Töne - das tut weh!

Wie wohltuend empfinde ich da den französichen Beitrag. Der Song, der für Toleranz wirbt, ist zwar nur durchschnittlich, aber die Botschaft, und das Auftreten einer deutlich übergewichtigen Tänzerin zeugt von Mut und erwirbt meinen Respekt!

Hier und da mal ein pyrotechnischer Effekt, der von der schlechten Musik ablenken soll.

Peinlich!

Was ist nur aus dem ESC geworden???

 

 

Fortbildungen

Donnerstag, den 11.4.2019

Wussten Sie, dass jeder niedergelassene Arzt verpflichtet ist, pro Jahr 50 Fortbildungsstunden zu absolvieren?

Das klingt erst einmal viel, ist es aus meiner Sicht aber nicht. Sie wollen doch sicher, dass ihr Arzt immer auf dem aktuellen Stand der Forschung ist, wollen aktuelle Therapieempfehlungen auf höchstem Niveau. Darum sind Fortbildungen notwendig und sinnvoll, denn wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen täglich neu und sollten zeitnah umgesetzt werden.

Ich liebe Fortbildungen!

Das hat verschiedene Gründe. Zum einen sind sie eine willkommene Abwechslung zum täglichen Einerlei in der Praxis. Denn ja, in der Grippewelle täglich bei 20-30 Patienten die Lunge abzuhören, oder in den Hals zu schauen, ist nicht besonders interessant. Und bitte seien sie mir nicht böse, dass ich das so schreibe, aber 95% der täglichen Praxistätigkeit ist reine Routine

Zum zweiten sind Fortbildungen aber wirklich oft gut, bringen neue Erkenntnisse, zeigen mir, wo meine Schwachstellen sind, und sorgen so insgesamt dafür, dass ich eine möglichst aktuelle und gute Medizin hinsichtlich Diagnostik und Therapie anbieten kann und will. Und das kommt den Patienten zu gute.

Wasserflaschen

Donnerstag, den 21.3.2019

Man begegnet Ihnen in der Öffentlichkeit immer wieder, selbst in meiner Praxis tauchen sie regelmäßig auf. Jugendliche und junge Erwachsene, die eine Wasserflasche in der Hand halten und natürlich mehr oder weniger regelmäßig daraus trinken.

Ich frage mich natürlich, was der Sinn dahinter ist?

Also für mich ist es überhaupt kein Problem, mal drei oder vier Stunden nichts zu trinken, ich käme daher auch nie auf die Idee, bei jedem Verlassen der Wohnung eine Wasserflasche mitzunehmen.

Zunächst habe ich an eine psychogene Polydipsie gedacht, also von der Psyche ausgelöster Durst. Da ich solche Menschen aber immer häufiger sehe, kann ich da eigentlich nicht mehr daran glauben, denn diese Krankheit ist nicht so häufig.

Was also kann es sein? Falsches Wissen um die Vorgänge im Körper? Oder der Glaube, dass unser Körper ständig Wasser benötigt? Die Alternative zur Zigarette?